Kooperatives Lernen

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Kooperatives Lernszenario

Kooperatives Lernen stellt Eigenaktivität und Kooperation von Schülerinnen und Schülern als wichtige Elemente des Unterrichts in den Mittelpunkt.


Worum geht's
„Nur weil wir Schülerinnen und Schüler in Gruppen einteilen, heißt das noch nicht, dass sie als Team zusammen arbeiten.“
Norm Green: The Difference between Cooperative Learning and Group Work
"This approach differs from group learning in that each member of the group has a specific responsibility and is held individually accountable for the group’s overall success."
https://www.quora.com/What-is-the-difference-between-group-work-cooperative-learning

Über den Tellerrand geschaut

Zitat

Im Kontext der PISA-Studie wird nach Möglichkeiten der Verbesserung von Unterricht gesucht. In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, Erfahrungen aus anderen Ländern in Betracht zu ziehen und in Bezug auf die Möglichkeiten in deutschen Schulen zu bewerten.

In Kanada konnte Norm Green mit seinem Konzept des "Kooperativen Lernens" erhebliche Erfolge erzielen. Er entwickelte auf der Basis der Erkenntnisse der amerikanischen Wissenschaftler David und Roger Johnson ein Konzept für den Unterricht, das zu erheblichen Verbesserungen der Schülerleistungen führte und Lehrerinnen und Lehrern effektive und befriedigende Lehrmethoden an die Hand gab. [1]

Begründung im Unterrichtszusammenhang

Zitat

Kooperatives Lernen bedeutet, dass sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam zu Ergebnissen gelangen. Dies geschieht in Partner- oder Gruppenarbeit . In gut strukturierten Lerngruppen wird unter Zuhilfenahme von zahlreichen Methoden ein hohes Aktivierungsniveau der Lernenden erreicht mit nachhaltigen Erfolgen im kognitiven Bereich. Problemlöse- und Sozialkompetenz werden gleichermaßen aufgebaut und führen häufig zu einem positiveren Selbstbild der Lernenden. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in Gruppen ist das Schaffen eines förderlichen sozialen Klimas mit positiven Abhängigkeiten unter den Gruppenmitgliedern.[2]


Grundprinzipien des Kooperativen Lernens
Denkzeit
Alle Lernprozesse beinhalten grundsätzlich eine individuelle Denkzeit: Es gibt immer einen vorgegebenen Zeitraum, der dem individuellen Nachdenken gegeben wird.
Austausch
Kooperatives Lernen bietet den Schülerinnen und Schülern immer die Möglichkeit sich auszutauschen, bevor Einzelne oder Gruppen ihre Ergebnisse vor der ganzen Klasse vorstellen.
Persönliche Verantwortung
Alle Schülerinnen und Schüler müssen darauf vorbereitet sein, ihre Ergebnisse vorzustellen: keiner kann sich ausruhen, denn jeder kann aufgerufen werden. Und niemand weiß zu Beginn der Arbeit, ob er nicht das Ergebnis vorstellen muss."
L. Brüning/R. Saum: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen. NDS-Verlag Essen 2007 S. 15

Digitale Medien und kooperatives Lernen?

"Lernen mit neuen Medien" - oder besser "Neues Lernen mit Medien"? Wer den Schritt über die kognitive Aneignung von Wissen hinausgehen und Freiraum für konstruktivistische Lernansätze schaffen will, wird sich mit den Methoden des kooperativen Lernens auseinandersetzen.

Unterrichtsmethoden im kooperativen Lernen

Das Grundprinzip

Methoden

Unterrichtsmethoden und methodische Hilfsmittel

Literatur

  • "Individuell lernen - kooperativ arbeiten" - Das Jahresheft des Friedrich Verlages 2008 beschäftigt sich in vielen Artikeln und mit netten Fotos aus dem Schulalltag mit den Facetten des "kooperativen Lernens". Eine EXTRA-Beilage von Ludger Brüning und Tobias Saum stellt darüber hinaus "Methoden für den Unterricht" vor. Inhaltsverzeichnis als pdf
  • Ludger Brüning, Tobias Saum: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen. Strategien zur Schüleraktivierung. Neue Deutsche Verlagsgesellschaft mbH, Essen, 2006, ISBN 3-87964-306-7


Meinung

Das sehr gut lesbare Buch stellt "Das Grundprinzip des Kooperativen Lernens" (S. 11 ff), bei dem es vor allem um Schüleraktivierung geht, vor. Es gibt in sehr anschaulicher Weise Einblick in "Kooperative Lernarrangements" (S. 93 ff) und setzt sich mit der Frage auseinander, "Wie Kooperatives Lernen gelingt" (S. 132 ff). Diese und alle weiteren Kapitel kann man im Zusammenhang oder auch als Steinbruch einzeln lesen und durcharbeiten. Der darstellende Text wird durch anschauliche Grafiken und anregende Übungen ergänzt.

Mir gefällt an dem Buch, dass es nicht nur sehr anschaulich erklärt, sondern auch deutlich macht, dass neben dem Kooperatives Lernen durchaus auch andere Unterrichtsformen wie der Frontalunterricht ihren Platz haben, dass es letztlich die Entscheidung der Lehrkraft bleibt, welche Methode wann und zu welchem Zweck eingesetzt wird. Bei der Auswahl hilft eine Übersicht "Wann kann man welche Strategie im Unterricht einsetzen?" (S. 168 ff).

Das Buch nimmt auch Rücksicht auf (mir selbst auch sehr gut bekannte) Vorbehalte und Ängste bei der Umstellung seines Unterrichts nach den Prinzipien des Kooperativen Lernens und kann deshalb ebenso gut von Anfängern und Skeptikern in Bezug auf Kooperatives Lernen wie von Personen, die ihre Kenntnisse festigen und vertiefen sowie weitere Anregungen bekommen möchten, sinnvoll genutzt werden.

Und statt starre Dogmen zu predigen, findet sich explizit die Aufforderung "Variieren Sie, experimentieren Sie!" (S. 167). - Dem kann ich mich nur anschließen. --Karl Kirst 17:42, 13. Apr 2006 (CEST)

  • Green, Kathy und Norm: Kooperatives Lernen im Klassenraum und im Kollegium. Das Trainingsbuch, Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung 2005, ISBN 3-7800-4937-6


Meinung

Dies Buch enthält psychologische Vorüberlegungen und Checklisten für das Vorgehen beim kooperativen Lernen. Praktikabel, aber nicht ganz so anregend wie das vorgenannte Buch. --Fontane44 11:56, 20. Okt 2006 (CEST)

  • In der Zeitschrift PRAXIS DEUTSCH Nr. 205/2007 findet man den Artikel "Formt die Grammatik den Gedanken?" von Klaus Tetnang (S. 50 - 60). Darin werden an einem praktischen Beispiel (Erarbeitung zweier Texte zum Linguistischen Relativismus) die Methoden des kooperativen Lernen exemplarisch vorgeführt: Zitatpuzzle, Think-pair-share, Placemats, Drei-Schritt-Interview, Zufallsprinzipien bei der Verteilung von Arbeitsaufgaben.

Linkliste

"Wir wollen:
  • die Umsetzung des Konzeptes des Kooperativen Lernens, Lehrens und Leitens unterstützen,
  • den ausgebildeten ModeratorInnen ein gemeinsames Dach anbieten,
  • Bildungsinstitutionen und Entscheidungsträger auf allen Ebenen beraten und unterstützen, dieses Konzept in ihrer Region als Motor der Entwicklung der Bildungslandschaft zu nutzen,
  • den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bildungsinstitutionen mit Informationen und Materialien die Umsetzung des Konzeptes im beruflichen Alltag zu erleichtern."

Siehe auch

Quelle

  • Kooperatives Lernen, 28.08.2005
  • Kooperatives Lernen - Grundlagen; 25.02.2008