Zufallsprinzip

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Das Zufallsprinzip spielt in der Praxis des Kooperativen Lernens ein wichtige Rolle. Es soll gewährleisten, dass möglichst viele Lernende sich am Unterrichtsprozess aktiv beteiligen können und tatsächlich auch beteiligen.

Das Zufallsprinzip

Dabei handelt es sich um die Art und Weise, wie Arbeitsgruppen gebildet werden bzw. zustande kommen. Das Zufallsprinzip spielt in der Praxis des Kooperativen Lernens ein wichtige Rolle. Es soll gewährleisten, dass möglichst viele Lernende sich am Unterrichtsprozess aktiv beteiligen können und tatsächlich auch beteiligen.

Wenn die Lehrkraft eine Sitzordnung festlegt oder bestimmt, welche Person etwas macht, dann ist vermutlich nie ganz auszuschließen, dass - zumindest in einzelnen Fällen - jemand bevorzugt oder benachteiligt wird oder zumindest der Eindruck entsteht, dass dies so sei.

Um solch einem Eindruck entgegenzuwirken, bietet es sich an, die Bildung einer Tischgruppe oder die Zuteilung eines Handlungsauftrages dem Zufallsprinzip zu überlassen, sodass jede und jeder gleichermaßen damit rechnen muss, einen Auftrag zugeteilt zu bekommen oder sich an einen bestimmten Tisch setzen zu müssen, ohne dass hierfür der Lehrkraft „böse Absichten" unterstellt werden könnten.

Gruppen nach Zufallsprinzip bilden

Sowohl Tischgruppen als auch Gruppen, die für eine einzelne Unterrichtsphase gebildet werden, können schnell und einfach nach dem Zufallsprinzip gebildet werden.


Methoden zur Gruppenfindung

Postkarten

Fotos oder Postkarten werden in einzelne Puzzleteile zerschnitten (je nach der gewünschten Gruppengröße in 4–6 Teile), diese Teile werden in der Klasse verteilt und die Gruppen finden sich, indem sie die Bilder wieder zusammenpuzzeln. Es ist kommunikativer, dabei gleiche Karten zu verwenden.
Gratis-Postkarten findet man z.B. in Kneipen, Restaurants, in Kinos usw. Man kann meist problemlos mehrere Exemplare derselben Karte mitnehmen und diese dann zerschneiden oder auch als Ganzes zur Partner- oder Gruppenfindung nutzen.

Spielkarten

Möglich ist auch die Nutzung von Spielkarten – hier geht es darum, dass sich all die Schüler zusammenfinden, die Karten der gleichen Farbe haben(Herz, Karo usw.) oder die gleiche Wertigkeit (Bube, Dame usw.)

Durchzählen

Man kann die Schüler bitten, sich der Größe nach in einer Reihe aufzustellen(ebenfalls möglich: nach dem Alphabet, dem Alter, der Anzahl der Geschwister usw.) Dann können je nach gewünschter Gruppengröße die Schüler abgezählt werden, die dann zusammenarbeiten werden. Wichtig ist hier, das Überraschungsmoment zu bewahren, da die Schüler sonst wissen, worauf die Übung hinausläuft und sich möglicherweise schon vorher zu von ihnen gewünschten Gruppen arrangieren.

Geburtsdaten

Je nachdem, wie viele Gruppen sich finden sollen, kann auch nach Geburtsmonaten organisiert werden: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Schüler sammeln sich in den vier Ecken des Raumes, eventuell muss noch ein wenig ausgeglichen werden, wenn sich ein zu großes Ungleichgewicht ergibt.


Zitat

Gruppen können entweder nach verschiedenen Zufallsprinzipien gebildet werden, von den Schülern frei gewählt oder vom Lehrer bestimmt werden.

Beispiele für Methoden zur Gruppenfindung nach dem Zufallsprinzip Fotos oder Postkarten werden in einzelne Puzzleteile zerschnitten (je nach der gewünschten Gruppengröße in 4–6 Teile), diese Teile werden in der Klasse verteilt und die Gruppen finden sich, indem sie die Bilder wieder zusammenpuzzeln.

Möglich ist auch die Nutzung von Spielkarten – hier geht es darum, dass sich all die Schüler zusammenfinden, die Karten der gleichen Farbe haben(Herz, Karo usw.) oder die gleiche Wertigkeit (Bube, Dame usw.)

Tipp
Gratis-Postkarten sammeln (z. B. in Restaurants, in Kinos usw.). Man kann meist problemlos mehrere Exemplare derselben Karte mitnehmen und diese dann zerschneiden oder auch als Ganzes zur Partner- oder Gruppenfindung nutzen.

Ohne der Klasse vorher zu verraten, worum es geht, kann man die Schüler bitten, sich der Größe nach in einer Reihe aufzustellen(ebenfalls möglich: nach dem Alphabet, dem Alter, der Anzahl der Geschwister usw.) Dann können je nach gewünschter Gruppengröße die Schüler abgezählt werden, die dann zusammenarbeiten werden. Wichtig ist hier, das Überraschungsmoment zu bewahren, da die Schüler sonst wissen, worauf die Übung hinausläuft und sich möglicherweise schon vorher zu von ihnen gewünschten Gruppen arrangieren.

In der Literatur finden sich zahlreiche weitere Anregungen zur Gruppenbildung. [1]


Meinung

Ein Skatblatt (ein Werbegeschenk - gibt es aber auch an für wenig Geld zu kaufen) ist immer in meiner Schultasche. Somit kann ich jederzeit die Sitzordnung schnell und problemlos nur "mischen": Ich mische die nötige Zahl der Karten, achte dabei darauf, dass damit passende Sitzgruppen entstehen, lassen die Schülerinnen und Schüler nach vorne kommen, eine Karten ziehen und sich an den durch die Karte bestimmten Tisch setzen.

In wenigen Minuten entsteht so eine neue Sitzordnung. Die Schüler/innen kennen das Verfahren und akzeptieren die so entstehende Sitzordnung in aller Regel problemlos. Nur dann, wenn die Lerngruppe dieses Vorgehen nicht gewohnt ist, gibt es beim ersten Mal oft Diskussionen und Unmut wegen einer unerwünschten Platzierung. Zumeist genügt der Hinweis, dass die Sitzordnung nur für eine begrenzte Zeit bestehen bleibt, um die Stimmung wieder zu beruhigen. Und erstaunlicherweise gibt es bei der wiederholten Anwendung dieses Verfahrens meiner Erfahrung nach nahezu immer zunehmend weniger Probleme.

--Karl Kirst 22:48, 15. Dez. 2011 (CET)

Wer beginnt? Wer trägt vor?

Würfeln

Es kann sinnvoll sein, wenn nicht zuvor bekannt ist, wer die Ergebnisse präsentieren soll. Das fördert die Verantwortlichkeit für die Gruppe und die Arbeitsergebnisse. Der/Die Vortragende(n) müssen dann zu einem späten Zeitpunkt des Arbeitsprozesses z.B. durch Würfeln ermittelt werden. Auch online kann man Würfel einsetzen. Ein einfaches Tool dafür ist https://online-wuerfel.de/. Dieser kann schnell Würfelergebnisse anzeigen. Es können beliebig viele Würfel ausgewählt werden und auch die Anzahl der Seiten ist frei wählbar.

Andere Verfahren

Die Lehrkraft bestimmt gegen Ende des Arbeitsprozesses den Schüler/die Schülerin

- mit dem längsten Vor/Nachnamen
- oder mit dem nächsten Geburtstag
- oder mit dem höchsten Alter

als Referenten.

Er/sie darf dabei - auf Wunsch - eine/n Assistenten/in aus der Arbeitsgruppe zur Unterstützung bestimmen.

Linkliste

„Als Lehrer/in muss man häufig eine zufällige Schüler/in auswählen. Am besten funktioniert das mit Abzählreimen - Methoden mit Spielkarten oder Würfeln sind zu langwierig und viel zu mathematisch. Tipps für das Abzählen im Unterricht und die passendsten Abzählreime finden Sie hier."

Siehe auch