Grammatik

Aus ZUM Deutsch Lernen

Grammatik für Deutsch als Fremdsprache

Die Grammatik der deutschen Sprache ist im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) natürlich im Prinzip dieselbe wie im muttersprachlichen Unterricht. Es müssen jedoch andere und unterschiedliche Voraussetzungen bei den Lernenden berücksichtigt werden. Und dies führt zu anderen Perspektiven beim Blick auf die Grammatik.

Häufig empfiehlt sich zudem eine kontrastive Darstellung und Vermittlung grammatischer Strukturen, sodass auch je nach Ausgangssprache des Lerners verschiedene Schwerpunkte gesetzt und unterschiedliche Erklärungs- und Vermittlungsstrategien empfehlenswert sind.

Gemeinsam ist im DaF-Unterricht, dass noch keine Kenntnis der grammatischen Strukturen und auch nicht der dazugehörenden traditionellen Begrifflichkeit vorausgesetzt werden können und brauchen. Daraus folgt, dass es teilweise sinnvoller ist, die Struktur der deutschen Sprache aus anderer Perspektive darzustellen als im muttersprachlichen Deutschunterricht. Dies gilt vor allem für die Reihenfolge von Genus und Kasus der Nomen und Pronomen.

Unterschiede zwischen Deutsch als Muttersprache und DaF und DaZ

Deutsch als Muttersprache Deutsch als Fremdsprache
Reihenfolge Kriterium Reihenfolge Kriterium
Artikel (Genus)
der
die
das
die (Plural)
natürliche Geschlechter vor Neutrum
der
das
die
die (Plural)
Übereinstimmgungen zwischen Formen im Maskulinum (Sg.) und Neutrum (Sg.) einerseits sowie Femininum (Sg.) und Plural anderseits
Kasus
Nominativ
Genitiv
Dativ
Akkusativ
Tradition
(Vorbild: Latein)
Nominativ
Akkusativ
Dativ
Genitiv
Häufigkeit
des Kasus
Siehe auch: Kasus

Interaktive Übungen


Genus und Kasus visualisieren

Das Erlernen der richtigen Artikel (des Genus) und der dazu gehörigen Deklination ist im Fremdsprachenunterricht in der Regel zeitaufwändig und fehlerträchtig, denn abgesehen vom Artikel, der ein natürliches Geschlecht bezeichnet (die Frau, der Mann), sind Artikel zumeist nicht selbsterklärend und dazu auch häufig noch anders als in anderen Sprache (die Sonne = span.: el sol).

Deshalb ist es sinnvoll, dass das Genus sehr häufig in Lehrwerken farblich hervorgehoben wird (der = blau, die = rot, das = gelb oder grün).

Günstig ist eine dauerhafte Visualisierung der Artikel und Adjektivendungen auf Plakaten an der Wand.

Der mögliche Verweis auf eine solche Erklärung erleichtert dann auch die Fehlerkorrektur. Statt etwas lange zu erklären, genügt ein Fehlersignal und ein Verweis auf die richtige Form.

Der „unbemerkte Grammatikunterricht“

Grammatikvermittlung durch Bilder

Literatur als Lockmittel für Grammatik

Das Gedicht wird oft im DaF-Unterricht eingesetzt, u.a. gibt es dazu eine Kopiervorlage im Lehrerhandbuch zu "Tangram aktuell 3".

Grammatikvermittlung durch Musik

Grammatik-Werkstatt

Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen - Grammatik

→ Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen

Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke

Das Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke (VGGF) ist eine digitale Ressource des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS Mannheim), eingebettet in das grammatische Informationssystem grammis. Die Termini und Definitionen wurden am 7. November 2019 durch das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) in seiner Amtschefskonferenz zustimmend zur Kenntnis genommen.

→ Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke – Niveaustufen im DaF/DaZ-Unterricht

DaF/DaZ: Besondere Berücksichtigung

DaF/DaZ ist ein zentraler Punkt der Neukonzeption. Aufgrund jüngerer und älterer Migrationsbewegungen werden die Grenzen zwischen Deutsch als Mutter-, Zweit- und Fremdsprache fließend, sodass es ratsam erscheint, auch solche grammatischen Konzepte in das Verzeichnis aufzunehmen, auf die insbesondere im Bereich Deutsch als Fremdsprache schon seit Langem gewinnbringend Bezug genommen wird – namentlich Valenz und Felderstruktur. Das VGGF 2019 trägt damit explizit der gesellschaftlichen Realität mehrsprachiger Schulklassen Rechnung und versteht sich nicht mehr als rein muttersprachlich ausgerichtetes Werkzeug:

  • Valenz ist ein in DaF/DaZ tradiertes Konzept, das beschreibt, wie viele und welche Ergänzungen ein Verb fordert – eine zentrale Kategorie beim gesteuerten Erwerb des Deutschen.
  • Felderstruktur (Vorfeld, Mittelfeld, Nachfeld, Satzklammer) beschreibt die für das Deutsche typische Wortstellungsarchitektur und ist speziell für Lernende mit anderen Erstsprachen grundlegend.

Das Verzeichnis kann somit nicht mehr ausschließlich auf den Unterricht des Deutschen als Muttersprache ausgerichtet sein.

Siehe auch