Valenzgrammatik: Unterschied zwischen den Versionen

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Quellenangabe: Ernst, Peter, 2011: Germanistische Sprachwissenschaft, Wien: UTB Basics, Seiten 140-149
 
Quellenangabe: Ernst, Peter, 2011: Germanistische Sprachwissenschaft, Wien: UTB Basics, Seiten 140-149
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Version vom 29. Oktober 2014, 17:12 Uhr

Die Valenzgrammatik

Die Valenzgrammatik ist eine vom französischen Sprachwissenschaftler Lucien Tesnière ausgebaute grammatische Theorie. Valenz nennt man die Fähigkeit von Wörtern, auf Grund ihrer Semantik Beziehungen zu anderen Wörtern herzustellen.

Leerstellen

Das Verb steht in der Valenzgrammatik zentral. Die Rolle des Verbs im Satz kann nach der Valenzgrammatik mit einem Schauspiel verglichen werden: das finite Verb stellt fest, wie viele und welche Satzteile hinzukommen. Diese Satzteile werden Leerstellen genannt.

Aktanten

Die Satzteile, die eine Leerstelle besetzen, werden Aktanten genannt. Das Verb ist der Regens des Satzes und bestimmt, wie viele Aktanten hinzugefügt werden müssen. Es gibt ein-, zwei- und dreiwertige Verben. Das heißt, dass Verben entweder einen Aktant oder zwei und öfter auch drei Aktanten verlangen. Die Aktanten, die auf jeden Fall hinzugefügt werden müssen, um einen akzeptablen Satz zu bilden, werden obligatorische Aktanten genannt. Das finite Verb wartet verlangt zum Beispiel ein Subjekt: er wartet. Aktanten, die man sonst noch hinzufügen kann, aber nicht obligatorisch sind um einen akzeptablen Satz zu bilden, werden fakultative Aktanten genannt: er wartet auf mich. Die einzelnen Wörter im Satz kann man bei der Satzanalyse nach der Valenzgrammatik hierarchisch darstellen. Sie haben Abhängigkeitsverhältnisse:

Der Linguist liebt einfache Sätze

1. Ebene liebt

2. Ebene Linguist Sätze

3. Ebene Der einfache

Quellenangabe: Ernst, Peter, 2011: Germanistische Sprachwissenschaft, Wien: UTB Basics, Seiten 140-149