Kofferpacken

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Version vom 15. April 2021, 21:32 Uhr von Ralf Klötzke (Diskussion | Beiträge)
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Kofferpacken

Ein leerer Koffer - bereit zum Packen!

Spielidee und Spielregeln

Spielidee
Das Spiel Kofferpacken baut auf dem Gedanken auf, dass gemeinsam ein Koffer gepackt wird, in den nacheinander jeder einen neuen Gegenstand hineinlegt. Aber jeder muss zunächst alles aufzählen, bevor der eigene Gegenstand hinzugefügt wird.
Dies kann man mit konkreten Gegenständen durchführen oder in Gedanken durchspielen.
Spielregeln
  1. Die Spieler setzen sich in einen Stuhlkreis, wenn in Gedanken der Koffer gepackt wird, oder stellen sich um einen Tisch auf, wenn mit konkreten Gegenständen gespielt wird.
  2. Eine Person legt einen ersten Gegenstand in den Koffer. Die zweite nennt den ersten Gegenstand und legt einen weiteren hinzu. Die dritte nennt die ersten zwei Gegenstände und fügt einen weiteren hinzu usw.
  3. Eine Person, die einen Fehler macht, scheidet aus.
  4. Gewonnen hat,
    1. wenn in einer einzigen Gruppe gespielt wird, wer am längsten keinen Fehler macht;
    2. wenn in zwei oder mehreren Gruppen gespielt wird, die Gruppe, die am längsten fehlerfrei bleibt.
Beispiel
  1. Person: „Im Koffer ist ein Hemd.“
  2. Person: „Im Koffer ist ein Hemd und eine Hose.“
  3. Person: „Im Koffer ist ein Hemd, eine Hose und eine Landkarte.“
  4. Person: „Im Koffer ist ein Hemd, eine Hose, eine Landkarte und Sonnencreme.“
  5. Person: „Im Koffer ist ein Hemd, eine Hose, eine Landkarte, Schuhcreme und ....“

Die 5. Person scheidet aus, weil sie einen Fehler begangen hat. - Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Weiter spielen: Die Person, die einen Fehler begangen hat, scheidet aus. Die anderen Personen machen an derselben Stelle weiter, bis nur noch eine Person übrig ist.
  2. Eine neue Runde beginnen: Die Person, die einen Fehler begangen hat, scheidet aus. Die anderen Personen beginnen eine neue Runde, solange bis nur noch eine Person übrig bleibt.

Kofferpacken mit Begriffen

Der erste Spieler nennt einen Gegenstand in der Zielsprache (im DaF-Unterricht also auf Deutsch) und jeder weitere fügt einen hinzu. Der, der etwas vergisst, scheidet aus, oder die Gruppe bemüht sich, einen Rekord aufzustellen.

Vor Beginn des Spiels wird festgelegt, welche Gegenstände „in den Koffer gepackt“ werden dürfen, z.B, nur Kleidungsgegenstände oder nur etwas zu essen oder ... Letztlich kann theoretisch jeder Gegenstand, aber auch jeder Begriff hinein gepackt werden (z.B. „Gesundheit“, „Glück“, „Erholung“). Und das Prinzip des Kofferpackens lässt sich natürlich auch zum Wiederholen von Zahlen, Verben usw. nutzen.

Man kann zur Bedingung machen, dass einfach Nomen (Substantive) im Singular gebraucht werden. Man sollte aber im Fremdsprachenunterricht in der Regel nicht auch noch den bestimmten oder den unbestimmten Artikel bzw. den Plural oder sogar ein dazugehöriges Adjektiv mit richtiger Endung verlangen. Durch die Satzvorgabe (z.B. „Im Koffer ist ...,“ oder „Wir nehmen mit ...“) kann entweder der Nominativ oder der Akkusativ notwendig werden.

Dies ist in ähnlicher Weise bei vielen anderen Spielen möglich; mit ein wenig Fantasie ist es also leicht, für die zu übende Struktur ein passendes Lernspiel zu finden.

Kofferpacken mit Gegenständen

Alle Kleidungsstücke liegen in der Mitte des Raumes auf einem Haufen. Daneben liegt ein großer alter Koffer. Jeder Kursteilnehmer holt irgend ein Kleidungsstück und legt es in den Koffer mit den Worten: "Ich packe meinen Koffer, im Koffer sind die Handschuhe, das Taschentuch, der Mantel und ... ... und die Schuhe" (Dabei legt er die Schuhe in den Koffer!)

Der nächste Teilnehmer muss exakt die Reihenfolge der im Koffer befindlichen Kleidungsstücke wiederholend aufzählen und danach sein Kleidungsstück in den Koffer legen!

Variation
Statt Kleidungsgegenständen können natürlich auch andere Gegenstände (z.B. Schulsachen) in den Koffer (oder eine Tasche bzw. einen Korb) gepackt werden.

Kofferpacken als Akkusativ-Training

Das Spiel lässt sich einfach auch in einen anderen Kontext transferieren. Statt eines Koffers, den man nun packen will, gibt es Stress für den Kellner: "Ich bestelle einen Kaffee." "Ich bestelle einen Kaffee und einen Tee." "Ich bestelle einen Kaffee, einen Tee und eine Portion Pommes-Frites" etc. Die anderen Regeln bleiben sich gleich.


Siehe auch