Interkulturelle Kompetenz: Unterschied zwischen den Versionen

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== Was ist interkulturelles Lernen? ==
==Was ist interkulturelles Lernen?==
{{Zitat|Beim interkulturellen Lernen werden unterschiedliche, dem Lernenden mehr oder weniger vertraute kulturelle Phänomene in einer Unterrichtseinheit thematisiert, reflektiert sowie verglichen. Dadurch wird nicht nur kulturelles Wissen vermittelt oder Handlungskompetenz entwickelt: Der Unterricht thematisiert auch Einstellungen, Überzeugungen und Wertvorstellungen. Diese können Dimensionen wie z.B. Akzeptanz, Aufgeschlossenheit, Bereitschaft zum kulturellen Perspektivenwechsel, kritische Hinterfragung, Neugier, Reflexion, Sensibilisierung usw. umfassen.|[https://www.goethe.de/de/spr/mag/20476419.html Goethe-Institut: Interkulturelle Kompetenzen im Unterricht]}}
{{Box|Zitat|Beim interkulturellen Lernen werden unterschiedliche, dem Lernenden mehr oder weniger vertraute kulturelle Phänomene in einer Unterrichtseinheit thematisiert, reflektiert sowie verglichen. Dadurch wird nicht nur kulturelles Wissen vermittelt oder Handlungskompetenz entwickelt: Der Unterricht thematisiert auch Einstellungen, Überzeugungen und Wertvorstellungen. Diese können Dimensionen wie z.B. Akzeptanz, Aufgeschlossenheit, Bereitschaft zum kulturellen Perspektivenwechsel, kritische Hinterfragung, Neugier, Reflexion, Sensibilisierung usw. umfassen.<ref>[https://www.goethe.de/de/spr/mag/20476419.html Goethe-Institut: Interkulturelle Kompetenzen im Unterricht]</ref>
*Interkulturalität
|Zitat}}
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== Interkulturelle Kompetenz ==
==Interkulturelle Kompetenz==
Ziel des interkulturellen Lernens ist die interkulturelle Kompetenz. Diese Kompetenz wird im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen beschrieben (GER) beschrieben.
Ziel des interkulturellen Lernens ist die interkulturelle Kompetenz. Diese Kompetenz wird im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen beschrieben (GER) beschrieben.


Laut GER sollten die interkulturellen Fertigkeiten umfassen:
Laut GER sollten die interkulturellen Fertigkeiten umfassen:
{{Zitat|
{{Box|Zitat|
* die Fähigkeit, die Ausgangskultur und die fremde Kultur miteinander in Beziehung zu setzen;
* die Fähigkeit, die Ausgangskultur und die fremde Kultur miteinander in Beziehung zu setzen;
* kulturelle Sensibilität und die Fähigkeit, eine Reihe verschiedener Strategien für den Kontakt mit Angehörigen anderer Kulturen zu identifizieren und zu verwenden;
* kulturelle Sensibilität und die Fähigkeit, eine Reihe verschiedener Strategien für den Kontakt mit Angehörigen anderer Kulturen zu identifizieren und zu verwenden;
* die Fähigkeit, als kultureller Mittler zwischen der eigenen und der fremden Kultur zu agieren und wirksam mit interkulturellen Missverständnissen und Konfliktsituationen umzugehen;
* die Fähigkeit, als kultureller Mittler zwischen der eigenen und der fremden Kultur zu agieren und wirksam mit interkulturellen Missverständnissen und Konfliktsituationen umzugehen;
* die Fähigkeit, stereotype Beziehungen zu überwinden.|GER, S.106; [http://student.unifr.ch/pluriling/assets/files/Referenzrahmen2001.pdf Quelle]}}
* die Fähigkeit, stereotype Beziehungen zu überwinden.
<ref>GER, S.106; http://student.unifr.ch/pluriling/assets/files/Referenzrahmen2001.pdf</ref>
|Zitat}}


Das Kompetenzstrukturmodell der Kultusministerkonferenz (KMK) beschreibt drei Ziele:
Das Kompetenzstrukturmodell der Kultusministerkonferenz (KMK) beschreibt drei Ziele:
#Soziokulturelles Orientierungswissen
#Soziokulturelles Orientierungswissen
#Verständnisvoller Umgang mit kultureller Differenz
#Verständnisvoller Umgang mit kultureller Differenz
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*Video zur Interkulturellen Kompetenz
*Video zur Interkulturellen Kompetenz
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{{#ev:youtube|7QLZ1ImRl6I}}
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'''Beispiel:'''
'''Beispiel:'''


{{Zitat|Interkulturelle Kompetenzen umfassen mehr als Wissen und mehr als eine Technik. Sie umfassen auch und vor allem Haltungen, die ihren Ausdruck gleichermaßen im Denken, Fühlen und Handeln und ihre Verankerung in entsprechenden Lebenserfahrungen und ethischen Prinzipien haben.
{{Box|Zitat|Interkulturelle Kompetenzen umfassen mehr als Wissen und mehr als eine Technik. Sie umfassen auch und vor allem Haltungen, die ihren Ausdruck gleichermaßen im Denken, Fühlen und Handeln und ihre Verankerung in entsprechenden Lebenserfahrungen und ethischen Prinzipien haben.
Interkulturelle Kompetenzen beinhalten Einsicht in die Kulturabhängigkeit des eigenen Denkens, Handelns und Verhaltens sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zur Wahrnehmung und Analyse fremdkultureller Perspektiven.|Bildungsstandards
für die erste Fremdsprache (Englisch/Französisch) für den Hauptschulabschluss, S. 14; [http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2004/2004_10_15-Bildungsstandards-ersteFS-Haupt.pdf Quelle]}}


Interkulturelle Kompetenzen beinhalten Einsicht in die Kulturabhängigkeit des eigenen Denkens, Handelns und Verhaltens sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zur Wahrnehmung und Analyse fremdkultureller Perspektiven.<ref>Bildungsstandards für die erste Fremdsprache (Englisch/Französisch) für den Hauptschulabschluss, S. 14; http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2004/2004_10_15-Bildungsstandards-ersteFS-Haupt.pdf</ref>
|Zitat}}


==Interkulturelle Kompetenz und das Zusammenleben mit Flüchtlingen==


== Lernziele der interkulturellen Kompetenz ==
*Interkulturelle Bildung und Erziehung richtet sich an alle: Deutsche, Flüchtlinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, an Lernende wie Lehrende, an Helfer, Beamte und Politiker.
=== Affektive ===
*Eine wichtige Voraussetzung ist, dass man Flüchtlinge '''nicht als Opfer sieht'''. Auch wenn das gemeint sein mag, verhindert diese Einstellung die Auseinandersetzung auf Augenhöhe, gerade auch über unterschiedliche Kultur- und Gesellschaftsvorstellungen.
=== Kognitive ===
*Interkulturelle Bildung und Erziehung ist keine "Umerziehung" der "Mehrheit" im Hinblick auf einen toleranten Umgang mit den verschiedenen Minoritäten und umgekehrt, sondern richtet sich an alle Akteure der Gesellschaft mit dem Ziel, ein (optimales) Zusammenleben zu gewährleisten.
=== Handlungsorientierte ===
*Interkulturelle Bildung und Erziehung entwickelt das Interesse und die Fähigkeit (zum) Vergleich von Kulturen, zielt auf die Veränderungen von Deutungsmustern, Einstellungen und Haltungen.
*Sie ist Teil allgemeiner Bildung. Sie fördert nicht nur die Fertigkeiten im Umgang mit anderen Kulturen, sondern auch die Wahrnehmungs- und Empathiefähigkeiten.
*Sie braucht umfangreiches Wissen und die Fähigkeit, die eigenen Sichtweisen zu hinterfragen und ggf. zu relativieren oder auch ändern zu können.
*Interkulturelle Bildung und Erziehung ist niemals abgeschlossen -> lebenslanges Lernen.


== Didaktische Phasen ==
==Die Lernspirale für die Entwicklung interkultureller Kompetenz==
Die [https://www.europa-uni.de/de/struktur/zsfl/institutionen/interkulturelleslernen/intk_Kompetenz_Lernen/Lernspirale.pdf Lernspirale]
basiert auf Deardorffs Modell zur interkulturellen Kompetenz, das von Gundula Gwenn Hiller erweitert wurde
-> bezieht sich auf einen dynamischen Kulturbegriff<br />
-> Das Bild von der "Spirale" steht für einen fortwährenden, dynamischen Prozess und steht für lebenslanges Lernen
-> besitzt 4 Ebenen:
 
*Motivation
*Handlungskompetenz
*Reflektionskompetenz
*Interaktionskompetenz
 
==Didaktische Phasen==
Quelle leicht verändert: <ref>https://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-14-2/docs/HoelscherRocheSimic.pdf</ref>
Quelle leicht verändert: <ref>https://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-14-2/docs/HoelscherRocheSimic.pdf</ref>
=== Die Motivierungs- und Aktivierungsphase ===
===Die Motivierungs- und Aktivierungsphase===
 
*Vorwissen aktivieren
*Vorwissen aktivieren
*Reaktionen auf ein Impuls formulieren
*Reaktionen auf ein Impuls formulieren
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*Fragen beantworten
*Fragen beantworten


=== Thematische Differenzierungsphase ===
===Thematische Differenzierungsphase===
* Perspektiven sichtbar machen
 
* Thema verdeutlichen, abgrenzen
*Perspektiven sichtbar machen
*Thema verdeutlichen, abgrenzen
 
===Strukturelle Differenzierungsphase===


=== Strukturelle Differenzierungsphase ===
*Auswahl verschiedener Hilfsmittel zur Bearbeitung der Aufgaben (Informationsquellen, Methoden,  Techniken und Strategien für den vertiefenden Umgang mit dem Thema)
*Auswahl verschiedener Hilfsmittel zur Bearbeitung der Aufgaben (Informationsquellen, Methoden,  Techniken und Strategien für den vertiefenden Umgang mit dem Thema)


=== Expansionsphase ===
===Expansionsphase===
* thematische Differenzierung weiterentwickeln in Bezug auf Information, Spezifik und/oder Perspektive
 
* inhaltliche Diskussion auf höherer Ebene führen
*thematische Differenzierung weiterentwickeln in Bezug auf Information, Spezifik und/oder Perspektive
* Vergleiche und Reflexionen initiieren
*inhaltliche Diskussion auf höherer Ebene führen
* die Schüler mit der Vielfalt der Aspekte vertraut machen
*Vergleiche und Reflexionen initiieren
*die Schüler mit der Vielfalt der Aspekte vertraut machen


=== Integrationsphase ===
===Integrationsphase===
*das zuvor erreichte Diskussions- und Wissensniveau in einer weiteren, deutlich kontroverseren Perspektive gegenüberstellen (von Klassenstufe/Thema abhängig)
* eigene Ansichten selbstsicher und ausdruckssicher vertreten


== Inhalte interkulturellen Lernens ==
*das zuvor erreichte Diskussions- und Wissensniveau in einer weiteren, deutlich kontroverseren Perspektive gegenüberstellen (von Klassenstufe/Thema abhängig)
*eigene Ansichten selbstsicher und ausdruckssicher vertreten
 
==Inhalte interkulturellen Lernens==
nach <ref>Bechtel, Mark. (2003). Interkulturelles Lernen beim Sprachenlernen im Tandem. Eine diskursanalytische Untersuchung (Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik). Tübingen: Narr, 50 ‐ 87</ref>
nach <ref>Bechtel, Mark. (2003). Interkulturelles Lernen beim Sprachenlernen im Tandem. Eine diskursanalytische Untersuchung (Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik). Tübingen: Narr, 50 ‐ 87</ref>
* Alltagsthemen, Routinen
* Bedeutungserwerb
* Stereotype und Vorurteile
* Raum und Zeit
* Kommunikative Stile
* Interkulturelle Missverständnisse
* Fiktionale Texte


*Alltagsthemen, Routinen
*Bedeutungserwerb
*Stereotype und Vorurteile
*Raum und Zeit
*Kommunikative Stile
*Interkulturelle Missverständnisse
*Fiktionale Texte




== Aufgaben- und Übungstypologie zum Interkulturellen Lernen ==
==Aufgaben- und Übungstypologie zum Interkulturellen Lernen==
Quellen: <ref>Bachmann, S., Gerhold S., Wessling G. Aufgaben- und Übungstypologie zum interkulturellen Lernen mit Beispielen aus Sichtwechsel – neu, in: Zielsprache Deutsch  27(2). 1996, S. 77-91.</ref> <ref>http://www.arch.kyrlibnet.kg/uploads/KGUSTA.BEISCHEBAEVA%20J.A.,AGYBAEVA%20J.B..pdf</ref>
Quellen: <ref>Bachmann, S., Gerhold S., Wessling G. Aufgaben- und Übungstypologie zum interkulturellen Lernen mit Beispielen aus Sichtwechsel – neu, in: Zielsprache Deutsch  27(2). 1996, S. 77-91.</ref> <ref>http://www.arch.kyrlibnet.kg/uploads/KGUSTA.BEISCHEBAEVA%20J.A.,AGYBAEVA%20J.B..pdf</ref><br />
=== Aufgaben und Übungen zur Wahrnehmungsschulung ===
* freie Assoziationen zu Bildern
* detaillierte Beschreibungen von Bildern oder Filmsequenzen (Sensibilisierung für eigene Wahrnehmungs- und Verstehensprozesse)
:* Was nehme ich als erstens wahr?
:* Welche visuellen Reize interpretiere ich wie? 
:* Inwieweit hängen meine Interpretationen mit meiner Kultur zusammen?
* Hypothesenbildung  zu Handlungsabläufen von Bildgeschichten o. Filmsequenzen: (Verdeutlichung des Prozess der Herstellung von Ursache- Wirkungszusammenhangen allgemein und deren Kulturabhängigkeit)
* Bildbeschreibungen im bewussten "klassischen" Dreischritt: (eigene kulturelle Prägung bewusst machen)
# „wahrnehmen/beschreiben,
# Hypothesen bilden,
# persönliche Eindrucke formulieren“,
* Die gleiche Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählen lassen (Bedeutung der unterschiedlichen Stadtpunkte verdeutlichen)
* Übungen zu Sinnestäuschungen, um sich einzelner Sinne bewusster zu werden.
* Diskussionen über Geschichten aus anderen Kulturen, um Grenzen der eigenen Erfahrungen und/oder des eigenen Wissens zu erkennen.
* Szenische Darstellung von "typisch deutschen Eigenschaften" (kleine Situation szenisch darstellen, die anderen sollen erraten, um welche Eigenschaft es sich handelt)


=== Aufgaben zur Begriffsbildung und Bedeutungserschließung ===
===Aufgaben und Übungen zur Wahrnehmungsschulung===
 
*freie Assoziationen zu Bildern
*detaillierte Beschreibungen von Bildern oder Filmsequenzen (Sensibilisierung für eigene Wahrnehmungs- und Verstehensprozesse)
 
:*Was nehme ich als erstens wahr?
:*Welche visuellen Reize interpretiere ich wie?
:*Inwieweit hängen meine Interpretationen mit meiner Kultur zusammen?
 
*Hypothesenbildung  zu Handlungsabläufen von Bildgeschichten o. Filmsequenzen: (Verdeutlichung des Prozess der Herstellung von Ursache- Wirkungszusammenhangen allgemein und deren Kulturabhängigkeit)
*Bildbeschreibungen im bewussten "klassischen" Dreischritt: (eigene kulturelle Prägung bewusst machen)
 
#„wahrnehmen/beschreiben,
#Hypothesen bilden,
#persönliche Eindrucke formulieren“,
 
*Die gleiche Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählen lassen (Bedeutung der unterschiedlichen Stadtpunkte verdeutlichen)
*Übungen zu Sinnestäuschungen, um sich einzelner Sinne bewusster zu werden.
*Diskussionen über Geschichten aus anderen Kulturen, um Grenzen der eigenen Erfahrungen und/oder des eigenen Wissens zu erkennen.
*Szenische Darstellung von "typisch deutschen Eigenschaften" (kleine Situation szenisch darstellen, die anderen sollen erraten, um welche Eigenschaft es sich handelt)
 
===Aufgaben zur Begriffsbildung und Bedeutungserschließung===
(Aufgaben und Übungen zur Sprachreflexion)
(Aufgaben und Übungen zur Sprachreflexion)
* Untersuchung eines Wort- oder erweiterten Begriffsfeldes
* Bedeutungskollagen aus Bildern (Begriffsvernetzungen visuell darstellen)


=== Aufgaben zum Kulturvergleich ===
*Untersuchung eines Wort- oder erweiterten Begriffsfeldes
* Literarische Texte oder Filme als Zugang zu einer fremden Welt / Analyse von Alltagssituationen in diesen Werken, Kontrastierung  
*Bedeutungskollagen aus Bildern (Begriffsvernetzungen visuell darstellen)
* Analyse von kulturspezifischen Werten in Werbung
 
* Recherchen oder Befragungen zu Zeit- und Raumkonzepten, Aspekten des Alltagslebens im Internet oder wenn möglich mit Vertretern der Zielsprache/ Zielkultur
===Aufgaben zum Kulturvergleich===
* Rollenspiele, Diskussionen zu Situationen, bei denen sich die Lernenden aus einer Auswahl von möglichen Verhaltensweisen für die kulturell angemessenste entscheiden sollen. Die Darstellung von Lösungsmöglichkeiten kann kulturspezifische Verhaltensweisen bewusst machen und kontrastiert werden.
 
* Sammeln und diskutieren von Redewendungen, die häufig zu interkulturellen Missverständnissen führen.
*Literarische Texte oder Filme als Zugang zu einer fremden Welt / Analyse von Alltagssituationen in diesen Werken, Kontrastierung
*Analyse von kulturspezifischen Werten in Werbung
*Recherchen oder Befragungen zu Zeit- und Raumkonzepten, Aspekten des Alltagslebens im Internet oder wenn möglich mit Vertretern der Zielsprache/ Zielkultur
*Rollenspiele, Diskussionen zu Situationen, bei denen sich die Lernenden aus einer Auswahl von möglichen Verhaltensweisen für die kulturell angemessenste entscheiden sollen. Die Darstellung von Lösungsmöglichkeiten kann kulturspezifische Verhaltensweisen bewusst machen und kontrastiert werden.
*Sammeln und diskutieren von Redewendungen, die häufig zu interkulturellen Missverständnissen führen.
 
===Aufgaben zur Entwicklung kommunikativer Kompetenz in interkulturellen (Kontakt-)Situationen===


=== Aufgaben zur Entwicklung kommunikativer Kompetenz in interkulturellen (Kontakt-)Situationen ===
==Typisch Deutsch - Umgang mit der Zeit==
{{#ev:youtube|jXgG8Uh1huc}}


== Typisch Deutsch - Umgang mit der Zeit ==
:<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/jXgG8Uh1huc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>


=== Typisch Deutsch - Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps ===
===Typisch Deutsch - Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps===
{{#ev:youtube|2fEZq--JcOw}}
:<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/2fEZq--JcOw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>


=== Deutschlandlabor: Mentalität ===
===Deutschlandlabor: Mentalität===
{{#ev:youtube|LlsFaXThc84}}
{{#ev:youtube|LlsFaXThc84}}
* Folge 16: Mentalität: https://youtu.be/LlsFaXThc84
:* [https://www.goethe.de/prj/dfd/de/index.cfm?fuseaction=learning.TutorialDetail&tutorial=das_deutschlandlabor_mentalitaet Onlineübungen zum Video]
:* [https://www.goethe.de/resources/files/pdf72/deutschlandlabor_folge16_mentalitaet__arbeitsblatt.pdf Arbeitsblätter für den Präsenzunterricht]
:* [https://www.goethe.de/resources/files/pdf72/deutschlandlabor_folge16_mentalitaet__handreichung.pdf Handreichungen für Lehrkräfte]
:* [https://www.goethe.de/resources/files/pdf72/deutschlandlabor_folge16_mentalitaet_manuskript_und_glossar.pdf Manuskript zum Mitlesen und Wortschatzhilfen]


== Weiterführende Links ==
*Folge 16: Mentalität: https://youtu.be/LlsFaXThc84
=== Der Referenzrahmen für plurale Ansätze (REPA) ===
* [http://carap.ecml.at/ Hauptseite des Referenzrahmen(s) für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen] - http://carap.ecml.at/  - = „Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen“ (REPA) ist ein Instrument zur Beschreibung interkultureller und mehrsprachiger Kompetenzen, die auch im DaF-Unterricht aufgebaut werden sollen.
:* Die [http://carap.ecml.at/Teachingmaterials/DB/tabid/2700/language/de-DE/Default.aspx Datenbank REPA] - Unterrichtsmaterialien online bietet Unterrichtsmaterialien zu den pluralen Ansätzen zu Sprachen und Kulturen.
:* [http://carap.ecml.at/LinkClick.aspx?fileticket=NLRMWqYpX9M%3d&tabid=2668&language=en-GB Dokument mit den Hauptkategorien herunterladen]
:* [http://carap.ecml.at/LinkClick.aspx?fileticket=HfqEnmz%2f8Dc%3d&tabid=2668&language=fr-FR Gesamtes Dokument (Liste der  Ressourcen in drei Sprachen) herunterladen]
* [http://babylonia.ch/fileadmin/user_upload/documents/2015-2/Baby2_15slivensky.pdf (REPA)- Ein Meilenstein in der Arbeit des Europäischen Fremdsprachenzentrums des Europarates (EFSZ)] Der Beitrag in [http://babylonia.ch/index.php?L=1 Babylonia] (Die Zeitschrift für Sprachunterricht und Sprachenlernen) von Susanna Slivensky gibt einen Überblick über das Profil des EFSZ und über den Stellenwert des Referenzrahmens für plurale Ansätze in diesem Kontext.
* [https://www.goethe.de/de/spr/mag/20476419.html REPA - Interkulturelle Kompetenzen im Unterricht] (Goethe-Institut)


=== Weitere Links ===
:*[https://www.goethe.de/prj/dfd/de/index.cfm?fuseaction=learning.TutorialDetail&tutorial=das_deutschlandlabor_mentalitaet Onlineübungen zum Video]
* [https://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-14-2/docs/HoelscherRocheSimic.pdf Szenariendidaktik als Lernraum für interkulturelle Kompetenzen im erst-, zweit-und fremdsprachigen Unterricht]
:*[https://www.goethe.de/resources/files/pdf72/deutschlandlabor_folge16_mentalitaet__arbeitsblatt.pdf Arbeitsblätter für den Präsenzunterricht]
* [http://www.cornelsen.de/daz/1.c.3543312.de Interkulturelles Lernen] www.cornelsen.de/daz - Themen:
:*[https://www.goethe.de/resources/files/pdf72/deutschlandlabor_folge16_mentalitaet__handreichung.pdf Handreichungen für Lehrkräfte]
:* [http://www.cornelsen.de/daz/1.c.3543312.de#_1.c.3543301.de Sensibilität entwickeln, Know-how erwerben]
:*[https://www.goethe.de/resources/files/pdf72/deutschlandlabor_folge16_mentalitaet_manuskript_und_glossar.pdf Manuskript zum Mitlesen und Wortschatzhilfen]
* [http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2015-03/kinder-migrationshintergrund-bildung-kulturelle-vielfalt Vielfalt will gelernt sein] von Birk Grüling auf Zeit-Online (24. März 2015); "Mehrsprachigkeit wirkt positiv auf die kognitiven Fähigkeiten."
* Essay [https://www.perlentaucher.de/essay/der-graben-gegenseitiger-unkenntnis.html?nle_id=6076 "Der Graben gegenseitiger Unkenntnis"] von Eva Quistorp (22.09.2015)
* [http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_II/Psychologie/Thomas/lehre/Intkultpsychologie/Folien0506/Kapitel_09.PDF Interkulturelles Lernen und Arten interkulturellen Trainings] (PDF)


* [http://www.ebook.de/de/product/25060809/nikolaus_von_wolff_wir_schaffen_das_99_tipps_und_fakten_fuer_zuwanderer_und_einheimische.html "Wir schaffen das. 99 Tipps und Fakten für Zuwanderer und Einheimische"]  
==Weiterführende Links==
:* Berichte über das Buch hier [http://www.stern.de/politik/deutschland/fluechtlinge-in-deutschland--das-ist-der-anstaendige-leitfaden-6496560.html Focus] und hier [http://www.sueddeutsche.de/leben/ratgeber-fuer-fluechtlinge-so-funktioniert-deutschland-1.2683667 SZ]
===Der [[Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen]] (REPA)===
 
*[http://carap.ecml.at/ Hauptseite des Referenzrahmen(s) für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen] - http://carap.ecml.at/  - = „Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen“ (REPA) ist ein Instrument zur Beschreibung interkultureller und mehrsprachiger Kompetenzen, die auch im DaF-Unterricht aufgebaut werden sollen.
 
:*Die [http://carap.ecml.at/Teachingmaterials/DB/tabid/2700/language/de-DE/Default.aspx Datenbank REPA] - Unterrichtsmaterialien online bietet Unterrichtsmaterialien zu den pluralen Ansätzen zu Sprachen und Kulturen.
:*[http://carap.ecml.at/LinkClick.aspx?fileticket=NLRMWqYpX9M%3d&tabid=2668&language=en-GB Dokument mit den Hauptkategorien herunterladen]
:*[http://carap.ecml.at/LinkClick.aspx?fileticket=HfqEnmz%2f8Dc%3d&tabid=2668&language=fr-FR Gesamtes Dokument (Liste der  Ressourcen in drei Sprachen) herunterladen]
 
*[http://babylonia.ch/fileadmin/user_upload/documents/2015-2/Baby2_15slivensky.pdf (REPA)- Ein Meilenstein in der Arbeit des Europäischen Fremdsprachenzentrums des Europarates (EFSZ)] Der Beitrag in [http://babylonia.ch/index.php?L=1 Babylonia] (Die Zeitschrift für Sprachunterricht und Sprachenlernen) von Susanna Slivensky gibt einen Überblick über das Profil des EFSZ und über den Stellenwert des Referenzrahmens für plurale Ansätze in diesem Kontext.
*[https://www.goethe.de/de/spr/mag/20476419.html REPA - Interkulturelle Kompetenzen im Unterricht] (Goethe-Institut)
 
*[http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9372/pdf/GiFon-Bd2.pdf Die REPA-Deskriptoren der "weichen Kompetenzen"] : eine praktische Handreichung für den kompetenzorientierten Unterricht zur Förderung von Sprachlernkompetenz, interkulturellem Lernen und Mehrsprachigkeit (PDF), Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung (3.0), Publikationsdatum: 27.05.2013 -> Es ist eine für die Praxis des Unterrichts adaptierte Fassung des Referenzrahmens für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen (REPA 2007).
 
===Weitere Links===
 
*[https://uzeuner.wordpress.com/2017/08/15/interkulturelle-landeskunde-diskursive-landeskunde-wo-sind-die-unterschiede/ Interkulturelle Landeskunde – Diskursive Landeskunde: Ein Blick in zwei Lehrwerke] im Blog von [https://uzeuner.wordpress.com/about/ Dr. Ulrich Zeuner] (TU Dresden)
*[https://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-14-2/docs/HoelscherRocheSimic.pdf Szenariendidaktik als Lernraum für interkulturelle Kompetenzen im erst-, zweit-und fremdsprachigen Unterricht]
*[http://www.cornelsen.de/daz/1.c.3543312.de Interkulturelles Lernen] www.cornelsen.de/daz - Themen:
 
:*[http://www.cornelsen.de/daz/1.c.3543312.de#_1.c.3543301.de Sensibilität entwickeln, Know-how erwerben]
 
*[http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2015-03/kinder-migrationshintergrund-bildung-kulturelle-vielfalt Vielfalt will gelernt sein] von Birk Grüling auf Zeit-Online (24. März 2015); "Mehrsprachigkeit wirkt positiv auf die kognitiven Fähigkeiten."
*Essay [https://www.perlentaucher.de/essay/der-graben-gegenseitiger-unkenntnis.html?nle_id=6076 "Der Graben gegenseitiger Unkenntnis"] von Eva Quistorp (22.09.2015)
*[http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_II/Psychologie/Thomas/lehre/Intkultpsychologie/Folien0506/Kapitel_09.PDF Interkulturelles Lernen und Arten interkulturellen Trainings] (PDF)
 
*[http://www.ebook.de/de/product/25060809/nikolaus_von_wolff_wir_schaffen_das_99_tipps_und_fakten_fuer_zuwanderer_und_einheimische.html "Wir schaffen das. 99 Tipps und Fakten für Zuwanderer und Einheimische"]
 
:*Berichte über das Buch hier [http://www.stern.de/politik/deutschland/fluechtlinge-in-deutschland--das-ist-der-anstaendige-leitfaden-6496560.html Focus] und hier [http://www.sueddeutsche.de/leben/ratgeber-fuer-fluechtlinge-so-funktioniert-deutschland-1.2683667 SZ]
:*[http://www.focus.de/politik/deutschland/interview-mit-nikolaus-von-wolff-hardheimer-knigge-als-seien-fluechtlinge-kriminell-asozial-und-unsauber_id_5003812.html Interview mit Nikolaus von Wolff, Autor des Buches "Wir schaffen das ..."]
:*[http://www.focus.de/politik/deutschland/interview-mit-nikolaus-von-wolff-hardheimer-knigge-als-seien-fluechtlinge-kriminell-asozial-und-unsauber_id_5003812.html Interview mit Nikolaus von Wolff, Autor des Buches "Wir schaffen das ..."]
*[http://daz-lernwerkstatt.de/wp-content/uploads/interkult.pdf Handreichung Interkulturelle Bildung und Erziehung] (Land Berlin), Quelle: http://daz-lernwerkstatt.de
*[http://daz-lernwerkstatt.de/wp-content/uploads/interkult.pdf Handreichung Interkulturelle Bildung und Erziehung] (Land Berlin), Quelle: http://daz-lernwerkstatt.de
* [https://fragenfragen.files.wordpress.com/2011/05/max-frisch-fragebogen-heimat.pdf Max Frisch: Heimat – ein Fragebogen]
 
* [http://www.uni-leipzig.de/~erwbild/flash/MA%20Voigtlaender.pdf Magisterarbeit – Interkulturelle Kompetenz und Erwachsenenbildung]  
*[http://www.uni-leipzig.de/~erwbild/flash/MA%20Voigtlaender.pdf Magisterarbeit – Interkulturelle Kompetenz und Erwachsenenbildung]
* 1
*Jürgen Bolten, [http://www.ikkompetenz.thueringen.de/downloads/1210Bolten_Ik_Kompetenz_Vorversion_5Aufl.pdf Interkulturelle Kompetenz]
Jürgen Bolten, [http://www.ikkompetenz.thueringen.de/downloads/1210Bolten_Ik_Kompetenz_Vorversion_5Aufl.pdf Interkulturelle Kompetenz]
*[http://www.ikkompetenz.thueringen.de/a_bis_z/index.htm Glossar: Stichworte zum interkulturellen Lernen]
* [http://www.ikkompetenz.thueringen.de/a_bis_z/index.htm Glossar: Stichworte zum interkulturellen Lernen]
*Kirsten Nazarkiewicz, [http://ir.nmu.org.ua/bitstream/handle/123456789/123511/d3baca268a450a095f9c2962d2521537.pdf?sequence=1 Interkulturelles Lernen als Gesprächsarbeit]
* Kirsten Nazarkiewicz, [http://ir.nmu.org.ua/bitstream/handle/123456789/123511/d3baca268a450a095f9c2962d2521537.pdf?sequence=1 Interkulturelles Lernen als Gesprächsarbeit]
*[https://uzeuner.files.wordpress.com/2017/08/zeuner_reader_landeskunde.pdf Landeskunde und interkulturelles Lernen] (PDF) eine sehr gute und umfangreiche Einführung von [https://uzeuner.wordpress.com/about/ Dr. Ulrich Zeuner] (TU Dresden)
== Einzelnachweise ==
 
<references/>
====Materialien====
 
*[https://landeskunde.wordpress.com/2016/03/02/wer-sind-diese-deutschen-idee-einer-annaeherung/ Wer sind diese Deutschen? – Idee einer Annäherung]
*[https://landeskunde.wordpress.com/2016/02/27/wer-sind-diese-deutschen/ Wer sind diese Deutschen?]
*[https://landeskunde.wordpress.com/2016/03/10/wer-sind-diese-deutschen-material/ Wer sind diese Deutschen – Material]
*[https://fragenfragen.files.wordpress.com/2011/05/max-frisch-fragebogen-heimat.pdf Max Frisch: Heimat – ein Fragebogen]
 
[[Kategorie: DaF-Glossar]]
<references />
[[Kategorie:Fertigkeiten]]

Aktuelle Version vom 23. Oktober 2020, 06:23 Uhr

Was ist interkulturelles Lernen?

Zitat

Beim interkulturellen Lernen werden unterschiedliche, dem Lernenden mehr oder weniger vertraute kulturelle Phänomene in einer Unterrichtseinheit thematisiert, reflektiert sowie verglichen. Dadurch wird nicht nur kulturelles Wissen vermittelt oder Handlungskompetenz entwickelt: Der Unterricht thematisiert auch Einstellungen, Überzeugungen und Wertvorstellungen. Diese können Dimensionen wie z.B. Akzeptanz, Aufgeschlossenheit, Bereitschaft zum kulturellen Perspektivenwechsel, kritische Hinterfragung, Neugier, Reflexion, Sensibilisierung usw. umfassen.[1]

Interkulturelle Kompetenz

Ziel des interkulturellen Lernens ist die interkulturelle Kompetenz. Diese Kompetenz wird im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen beschrieben (GER) beschrieben.

Laut GER sollten die interkulturellen Fertigkeiten umfassen:

Zitat
  • die Fähigkeit, die Ausgangskultur und die fremde Kultur miteinander in Beziehung zu setzen;
  • kulturelle Sensibilität und die Fähigkeit, eine Reihe verschiedener Strategien für den Kontakt mit Angehörigen anderer Kulturen zu identifizieren und zu verwenden;
  • die Fähigkeit, als kultureller Mittler zwischen der eigenen und der fremden Kultur zu agieren und wirksam mit interkulturellen Missverständnissen und Konfliktsituationen umzugehen;
  • die Fähigkeit, stereotype Beziehungen zu überwinden.

[2]

Das Kompetenzstrukturmodell der Kultusministerkonferenz (KMK) beschreibt drei Ziele:

  1. Soziokulturelles Orientierungswissen
  2. Verständnisvoller Umgang mit kultureller Differenz
  3. Praktische Bewältigung interkultureller Begegnungssituationen [3]
  • Video zur Interkulturellen Kompetenz


Beispiel:


Zitat

Interkulturelle Kompetenzen umfassen mehr als Wissen und mehr als eine Technik. Sie umfassen auch und vor allem Haltungen, die ihren Ausdruck gleichermaßen im Denken, Fühlen und Handeln und ihre Verankerung in entsprechenden Lebenserfahrungen und ethischen Prinzipien haben.

Interkulturelle Kompetenzen beinhalten Einsicht in die Kulturabhängigkeit des eigenen Denkens, Handelns und Verhaltens sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zur Wahrnehmung und Analyse fremdkultureller Perspektiven.[4]

Interkulturelle Kompetenz und das Zusammenleben mit Flüchtlingen

  • Interkulturelle Bildung und Erziehung richtet sich an alle: Deutsche, Flüchtlinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, an Lernende wie Lehrende, an Helfer, Beamte und Politiker.
  • Eine wichtige Voraussetzung ist, dass man Flüchtlinge nicht als Opfer sieht. Auch wenn das gemeint sein mag, verhindert diese Einstellung die Auseinandersetzung auf Augenhöhe, gerade auch über unterschiedliche Kultur- und Gesellschaftsvorstellungen.
  • Interkulturelle Bildung und Erziehung ist keine "Umerziehung" der "Mehrheit" im Hinblick auf einen toleranten Umgang mit den verschiedenen Minoritäten und umgekehrt, sondern richtet sich an alle Akteure der Gesellschaft mit dem Ziel, ein (optimales) Zusammenleben zu gewährleisten.
  • Interkulturelle Bildung und Erziehung entwickelt das Interesse und die Fähigkeit (zum) Vergleich von Kulturen, zielt auf die Veränderungen von Deutungsmustern, Einstellungen und Haltungen.
  • Sie ist Teil allgemeiner Bildung. Sie fördert nicht nur die Fertigkeiten im Umgang mit anderen Kulturen, sondern auch die Wahrnehmungs- und Empathiefähigkeiten.
  • Sie braucht umfangreiches Wissen und die Fähigkeit, die eigenen Sichtweisen zu hinterfragen und ggf. zu relativieren oder auch ändern zu können.
  • Interkulturelle Bildung und Erziehung ist niemals abgeschlossen -> lebenslanges Lernen.

Die Lernspirale für die Entwicklung interkultureller Kompetenz

Die Lernspirale basiert auf Deardorffs Modell zur interkulturellen Kompetenz, das von Gundula Gwenn Hiller erweitert wurde -> bezieht sich auf einen dynamischen Kulturbegriff
-> Das Bild von der "Spirale" steht für einen fortwährenden, dynamischen Prozess und steht für lebenslanges Lernen -> besitzt 4 Ebenen:

  • Motivation
  • Handlungskompetenz
  • Reflektionskompetenz
  • Interaktionskompetenz

Didaktische Phasen

Quelle leicht verändert: [5]

Die Motivierungs- und Aktivierungsphase

  • Vorwissen aktivieren
  • Reaktionen auf ein Impuls formulieren
  • Fragen formulieren
  • Fragen beantworten

Thematische Differenzierungsphase

  • Perspektiven sichtbar machen
  • Thema verdeutlichen, abgrenzen

Strukturelle Differenzierungsphase

  • Auswahl verschiedener Hilfsmittel zur Bearbeitung der Aufgaben (Informationsquellen, Methoden, Techniken und Strategien für den vertiefenden Umgang mit dem Thema)

Expansionsphase

  • thematische Differenzierung weiterentwickeln in Bezug auf Information, Spezifik und/oder Perspektive
  • inhaltliche Diskussion auf höherer Ebene führen
  • Vergleiche und Reflexionen initiieren
  • die Schüler mit der Vielfalt der Aspekte vertraut machen

Integrationsphase

  • das zuvor erreichte Diskussions- und Wissensniveau in einer weiteren, deutlich kontroverseren Perspektive gegenüberstellen (von Klassenstufe/Thema abhängig)
  • eigene Ansichten selbstsicher und ausdruckssicher vertreten

Inhalte interkulturellen Lernens

nach [6]

  • Alltagsthemen, Routinen
  • Bedeutungserwerb
  • Stereotype und Vorurteile
  • Raum und Zeit
  • Kommunikative Stile
  • Interkulturelle Missverständnisse
  • Fiktionale Texte


Aufgaben- und Übungstypologie zum Interkulturellen Lernen

Quellen: [7] [8]

Aufgaben und Übungen zur Wahrnehmungsschulung

  • freie Assoziationen zu Bildern
  • detaillierte Beschreibungen von Bildern oder Filmsequenzen (Sensibilisierung für eigene Wahrnehmungs- und Verstehensprozesse)
  • Was nehme ich als erstens wahr?
  • Welche visuellen Reize interpretiere ich wie?
  • Inwieweit hängen meine Interpretationen mit meiner Kultur zusammen?
  • Hypothesenbildung zu Handlungsabläufen von Bildgeschichten o. Filmsequenzen: (Verdeutlichung des Prozess der Herstellung von Ursache- Wirkungszusammenhangen allgemein und deren Kulturabhängigkeit)
  • Bildbeschreibungen im bewussten "klassischen" Dreischritt: (eigene kulturelle Prägung bewusst machen)
  1. „wahrnehmen/beschreiben,
  2. Hypothesen bilden,
  3. persönliche Eindrucke formulieren“,
  • Die gleiche Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählen lassen (Bedeutung der unterschiedlichen Stadtpunkte verdeutlichen)
  • Übungen zu Sinnestäuschungen, um sich einzelner Sinne bewusster zu werden.
  • Diskussionen über Geschichten aus anderen Kulturen, um Grenzen der eigenen Erfahrungen und/oder des eigenen Wissens zu erkennen.
  • Szenische Darstellung von "typisch deutschen Eigenschaften" (kleine Situation szenisch darstellen, die anderen sollen erraten, um welche Eigenschaft es sich handelt)

Aufgaben zur Begriffsbildung und Bedeutungserschließung

(Aufgaben und Übungen zur Sprachreflexion)

  • Untersuchung eines Wort- oder erweiterten Begriffsfeldes
  • Bedeutungskollagen aus Bildern (Begriffsvernetzungen visuell darstellen)

Aufgaben zum Kulturvergleich

  • Literarische Texte oder Filme als Zugang zu einer fremden Welt / Analyse von Alltagssituationen in diesen Werken, Kontrastierung
  • Analyse von kulturspezifischen Werten in Werbung
  • Recherchen oder Befragungen zu Zeit- und Raumkonzepten, Aspekten des Alltagslebens im Internet oder wenn möglich mit Vertretern der Zielsprache/ Zielkultur
  • Rollenspiele, Diskussionen zu Situationen, bei denen sich die Lernenden aus einer Auswahl von möglichen Verhaltensweisen für die kulturell angemessenste entscheiden sollen. Die Darstellung von Lösungsmöglichkeiten kann kulturspezifische Verhaltensweisen bewusst machen und kontrastiert werden.
  • Sammeln und diskutieren von Redewendungen, die häufig zu interkulturellen Missverständnissen führen.

Aufgaben zur Entwicklung kommunikativer Kompetenz in interkulturellen (Kontakt-)Situationen

Typisch Deutsch - Umgang mit der Zeit


Typisch Deutsch - Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps

Deutschlandlabor: Mentalität

Weiterführende Links

Der Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen (REPA)

  • Die REPA-Deskriptoren der "weichen Kompetenzen" : eine praktische Handreichung für den kompetenzorientierten Unterricht zur Förderung von Sprachlernkompetenz, interkulturellem Lernen und Mehrsprachigkeit (PDF), Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerziell, Keine Bearbeitung (3.0), Publikationsdatum: 27.05.2013 -> Es ist eine für die Praxis des Unterrichts adaptierte Fassung des Referenzrahmens für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen (REPA 2007).

Weitere Links

Materialien

  1. Goethe-Institut: Interkulturelle Kompetenzen im Unterricht
  2. GER, S.106; http://student.unifr.ch/pluriling/assets/files/Referenzrahmen2001.pdf
  3. Bildungsstandards für die erste Fremdsprache (Englisch/Französisch) für den Hauptschulabschluss, S. 8; Quelle
  4. Bildungsstandards für die erste Fremdsprache (Englisch/Französisch) für den Hauptschulabschluss, S. 14; http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2004/2004_10_15-Bildungsstandards-ersteFS-Haupt.pdf
  5. https://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-14-2/docs/HoelscherRocheSimic.pdf
  6. Bechtel, Mark. (2003). Interkulturelles Lernen beim Sprachenlernen im Tandem. Eine diskursanalytische Untersuchung (Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik). Tübingen: Narr, 50 ‐ 87
  7. Bachmann, S., Gerhold S., Wessling G. Aufgaben- und Übungstypologie zum interkulturellen Lernen mit Beispielen aus Sichtwechsel – neu, in: Zielsprache Deutsch 27(2). 1996, S. 77-91.
  8. http://www.arch.kyrlibnet.kg/uploads/KGUSTA.BEISCHEBAEVA%20J.A.,AGYBAEVA%20J.B..pdf